Der Kuss des Engels

Kranke Mädchen in der nordischen Kunst

Mutter, siehst Du den Engel neben mir? Hörst Du die herrliche Musik? […], ich bin so müde! — muss die Augen schließen — Mutter — sieh! Jetzt küsst mich der Engel!
H.C. Andersen, Det døende barn (Das sterbende Kind), 1927 (Auszug)

8. Mai – 5. September 2021 | Skagens Museum

Im 19. Jahrhundert ereignen sich große Veränderungen in Kunst und Wissenschaft, und mehrere bahnbrechende Entdeckungen finden statt. Gleichzeitig ist es eine Zeit, die von damals noch nicht behandelbaren Krankheiten gezeichnet ist. Mehrere Künstler beschäftigen sich damit, die Schattenseiten der Gesellschaft zu schildern – darunter Krankheiten. Eine der Figuren, die bei der Darstellung von Krankheit häufigzu sehen ist, ist das kranke Mädchen, das in einem Stuhl sitzt oder in einem Raum im Bettliegt–oft allein oder mit den engsten Familienangehörigen. Das Motiv ist nicht auf eine bestimmte Stilart begrenzt, sondern taucht bei Genremalern, Naturalisten, Impressionisten, Symbolisten auf, und auch in Werken modernistischer Künstler nach 1900. Zwar ist das Motiv zu jener Zeit in der gesamten westlichen Welt zu sehen, aber die deutlichsten Schilderungen kranker Mädchen werden Ende des 19. Jh. in Norden gemalt.

Eine zentrale Frage der Ausstellung ist: Warum wird das kranke Mädchen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein markantes Motiv in der nordischen Kunst? Die Ausstellung zeigt u. a. Werke von Künstlern wie Edvard Munch, Julius Exner, Jenny Nyström, Vilhelm Hammershøi, Eva Bonnier, Richard Bergh, Bertha Wegmannund Michael Ancher.

Die Ausstellung gehört zu einem dreijährigen Forschungsprojekt, das vom Ny Carlsbergfonds unterstützt wird. Das Forschungsprojekt ist eine Zusammenarbeit von Skagens Kunstmuseer, Die Sammlung Hirschsprung und Aarhus Universitet. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Die Sammlung Hirschsprung organisiert.